Jubiläumsveranstaltung 50 Jahre Städtepartnerschaft Haan – Eu

Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin Dr. Warnecke.

Sehr geehrter Monsieur Maire Derrien,

Sehr geehrte Damen und Herren,  liebe Freunde,

ich freue mich heute hier bei der Festveranstaltung dabei zu sein als früherer ehrenamtlicher Stadtjugendpfleger und jetziger Vorsitzender des Sportverbandes Haan. Gern nehme ich die Gelegenheit wahr, meinen Dank an die beiden Städte Haan und Eu auszusprechen.

Vor 52 Jahren hat mir meine Heimatstadt Haan das Vertrauen geschenkt, den ersten Jugendaustausch von Jugendlichen aus Haan mit Eu zu organisieren und zu leiten. Danke den damals Verantwortlichen, es war der Einstieg in meine ehrenamtliche Karriere, für die ich das Bundesverdienstkreuz am Bande bekommen habe.

Ihnen, meine Freunde aus Eu, danke ich für die freundliche und taktvolle Aufnahme in den ersten Jahren des Jugendaustausches. Es war nur 20 Jahre nach dem Krieg eine sensible Situation.

So bekam ich in Haan den Rat nicht über Politik und Krieg zu sprechen.

Doch mit unseren damaligen Betreuer in Eu, Mrs. Bernard, Leiter der Ecole des Garcons hatte ich schnell einen guten Kontakt und ich fragte ihn, woher er so gut deutsch spräche. Seine Antwort. „Ich war Soldat der französischen Armee und dann in deutscher Gefangenschaft, dort habe ich deutsch gelernt“.

Danach tauschten wir unsere persönlichen Schicksale aus und ich erzählte, wie ich als 5-Jähriger in Ostdeutschland (jetzt Polen) das Kriegsende erlebt hatte und mein Vater nicht aus dem Krieg zurück gekehrt war. Nach diesem persönlichen Gespräch entwickelte sich ein besonderes Vertrauensverhältnis.

Beim Abschied der Haaner Gruppe von Eu hatte Mrs. Bernard Tränen in den Augen und sagte leise: „Ich habe mir nicht vorstellen können, dass Franzosen und Deutsche sich so freundschaftlich begegnen.“

Mittlerweile sind viele Vereine und Gruppen aus den Bereichen des Sports und der Kultur wechselseitig zu Gast in den beiden Städten gewesen und beweisen eine aktiven Partnerschaft

Meinen Dank an unsere beiden Städte will ich mit selbst gefertigten Holzbildern ergänzen.

Betrachten Sie zunächst unsere beiden Wappentiere Löwe und Hahn.

Beide zeigen wie zur Abwehr ihre Krallen.

Doch als Sie aufeinander zugehen, so wie es unsere Städte gemacht haben, formen sie die Krallen zu einem gemeinsamen Herz.

Unserem Herz!

So begann unsere Freundschaft!

Danken wir auch den großen Politikern Präsident Charles de Gaulle und Bundeskanzler Konrad Adenauer für den Élysée-Vertrag von 1963 die die Freundschaft beschlossen hatten, denn dafür steht der Handschlag.

Betrachten wir die Worte auf dem Bogen des Holzbildes.

Sie sind unsere gemeinsamen  Werte:

aus der französischen Revolution:Liberté, Égalité, Fraternité und der Deutschen Nationalhymne: Einigkeit, Recht und Freiheit.

Liberté und Freiheit: 

stehen für Meinungsfreiheit, freie Wahlen, Pressefreiheit, etc.

Égalité und Recht:

bedeutet gleiche Rechte und Pflichten, Chancengleichheit, keine Diskriminierungen etc.

Fraternité und Einigkeit:

Die Brüderlichkeit ist mit Einigkeit gleichzusetzen. In der Fortsetzung der deutschen Nationalhymne heißt es auch „brüderlich mit Herz und Hand“. Herz und Hand sind im Holzbild dargestellt, arbeiten wir gemeinsam mit unserer Jugend an einem vereinten Europa!

Mein Dank an alle lebenden und verstorbenen Verantwortlichen und engagierten Bürger unserer beiden Städte, die in den über 50 Jahren alle dazu beigetragen haben, dass unsere Freundschaft lebt und wir in Frieden Freunde bleiben können!

 

Ihr

Herbert Raddatz